Montag, 16. September 2019

Oberkörperfreier Protest von trans und nicht-binären Aktivist*innen auf der Trans Pride Cologne 2019


Ein historischer Moment ereignete sich am vergangenen Sonntag auf der Trans Pride Cologne (Köln), als eine nicht-binäre Person das Redner*innenpult oberkörperfrei betrat und einen Redebeitrag gegen die Schließung des Assata im Hof, eines FLT*I*-Raums (Frauen, Lesben, Trans*, Inter*) hielt. Dieser Raum sei davon bedroht, durch die Immobiliengesellschaft, die ihn besitzt, geschlossen zu werden, womit ein wichtiger safe_space für die genannten Personengruppen in Köln verschwinden würde.

Die Rede wurde jedoch jäh unterbrochen, durch eine Aufforderung der Polizei, die redende Person solle sich ein Oberteil anziehen. Aus Angst eine Anzeige wegen "Erregung Öffentlichen Ärgernisses" und/oder „Ordnungswidrigkeit“ einstecken zu müssen entschied sich die redende Person dazu, den Oberkörper zu bedecken. Eine der Orgapersonen reichte hierfür die Prideflagge, die prompt als Wickeloberteil Verwendung fand und später durch zwei Aufkleber ersetzt wurde.

Cis-Männer laufen im öffentlichen Raum oft ohne Oberteil herum und werden dafür nicht belangt. Bei Menschen, die bei Geburt weiblich eingetragen wurden und/oder so gelesen werden sieht das anders aus. Die gleiche Handlung wird hier nicht so einfach toleriert, wie die Aufforderung der kölner Polizei zeigte.

Aus Solidarität mit der redenden Person und als Reaktion auf die diskriminierende Aufforderung der Polizei erhoben sich spontan mehr als zwanzig Aktivist*innen aus dem Publikum, zogen ihre Oberteile aus und stellten sich gemeinsam vor den Demowagen. Der starke und mutige Protest der vor allem trans und nicht-binären Aktivist*innen wurde von breitem Beifall begleitet. Die Emotionen und das Empowerment waren auf dem ganzen Platz spürbar.

In unserer Gesellschaft herrschen bestimmte Normen, die mit der Auffassung einher gehen es gäbe nur zwei Geschlechter. Dabei wird von „Männern“ erwartet einen flachen, von „Frauen“ erwartet einen vollbusigen Oberkörper zu haben. Ganz abgesehen davon, dass diese Norm selbst bei cis-Menschen oft nicht zutrifft ist es eine Norm, der sich auch viele trans/ nicht-binäre Menschen unterworfen fühlen, denn sie reguliert den öffentlichen Raum mit. Um dem eigenen Geschlecht entsprechend wahrgenommen zu werden (und aus sonst auch vielfältigen anderen Gründen) tragen viele (nicht alle) bei der Geburt weiblich zugeschriebene trans/ nicht-binäre Menschen einen Binder (Siehe hierzu auch Blogeintrag weiter unten).

Wir sind alle unterschiedlich. Nicht für alle Menschen, die sich als trans/ nicht-binär verstehen war es möglich bei diesem Protest mitzumachen. Dies trifft z. B. auf viele transweibliche und/oder bei Geburt männlich zugeschriebene Personen zu und auf viele Personen, mit Mastektomie.

Die entstandenen Fotos strahlen gleichzeitig Empowerment für viele aus. Ein Zeichen war die Aktion allerdings nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für das Angehen interner Community-Normen in Bezug auf die Sichtbarkeit nicht-normativer Wege.

Samstag, 15. Dezember 2018

Keine Menstruation ohne Hysterektomie? – Gebärmutterschleimhautverödung (Endometriumablation)

Zunächst ein Disclaimer: Ich bin weder medizinisch geschult, noch habe ich irgendeinen medizinischen Hintergrund. Wenn ihr also Interesse an diesem Eingriff habt, solltet ihr auf jeden Fall eine*einen Gynäkolog*in dazu befragen. Meine Motivation diesen Blogeintrag zu schreiben kommt alleine daher, dass ich das Gefühl habe, dass nicht genug Enbys und Trans*personen über dieses Thema Bescheid wissen und, weil ich denke, dass es für einen nicht unbeträchtlichen Teil von Trans*personen/ Enbys relevant sein könnte. Ich spreche aus der Position heraus persönliche Erfahrung mit diesem Eingriff gemacht zu haben.

Was ist eine Gebärmutterschleimhautverödung (oder im Fachjargon Endometriumablation)?
Bei so einem Eingriff wird die Gebärmutterschleimhaut und eine dünne Muskelschicht entfernt. Meistens soll dieser Eingriff durchgeführt werden, wenn eins gerade seine Tage hatte, damit sich noch nicht zu viel Schleimhaut wieder gebildet hat. Die Methoden können je nach Ärzt*in unterschiedlich sein. Zumeist wird die Entfernung durch eine Elektrowalze/ Rollerball durchgeführt.
Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt und dauert ca. 15-30 min. Wenn es keine Komplikationen gab wacht eins auf, muss noch ein bisschen im Aufwachraum liegen, darf die nächsten 24 Stunden logischerweise kein Auto fahren und sollte auch sonst in dieser Zeit nicht alleine rumhängen. Im Gegensatz zu stationären Eingriffen, bei denen eins eine Zeit lang im Krankenhaus bleiben muss, ist eine Gebärmutterschleimhautverödung ein ambulanter Eingriff. Das heißt eins kann danach direkt wieder nach Hause (Das hängt aber auch leider oft davon ab was die Krankenhäuser so wollen. Ein Bett mehr die Nacht bringt für das Krankenhaus mehr Geld).
Um eine Gebärmutterschleimhautverödung durchführen zu dürfen braucht eins eine Indikation von einem*einer Gynäkolog*in. Diese können dann auch meist Empfehlungen aussprechen, welche Krankenhäuser diesen Eingriff durchführen.
Problem könnte sein: dass dein*deine Gyn dir keine Indikation schreibt, weil z. B. keine Symptome für schlimme Blutungen vorhanden sind. Du kannst ja versuchen zu sagen, dass es für dich die schonendere Alternative im Vergleich zur Hysterektomie ist.


Ziele einer Gebärmutterschleimhautverödung:
  • Die monatliche Blutung wird stark verringert oder bleibt in einigen Fällen manchmal oder in 40% der Fälle sogar ganz aus
  • Die Schmerzen der monatlichen Blutung werden stark verringert oder treten gar nicht mehr auf
Achtung: nach dem Eingriff ist es sehr unwahrscheinlich, dass eins noch schwanger werden kann, aber eine 100% Verhütungsmethode ist es trotzdem nicht! Dieser Eingriff wird nur durchgeführt, wenn eins sicher ist, dass eins nicht mehr schwanger werden möchte.

Ich kann nur sagen:
Am Tag der OP nahm ich noch 1-2 Schmerztabletten, aber danach kam ich gut ohne aus. Außerdem lag ich so 1 Woche auf der Couch und hab mich von der OP ausgeruht (schnelles Aufstehen nicht zu empfehlen). Nach 2-3 Wochen hörten die Nachblutungen der OP auf und alles war prima.
Im Vergleich zu vorher haben sich meine Schmerzen zu 100% verabschiedet und die Blutung ist im Gegensatz zu vorher verschwindend gering bis gar nicht mehr vorhanden!


Die Quellen sind natürlich leider alle nicht gegendert und in ihnen wird leider immer nur von cisfrauen gesprochen:

Hier finde ich den Eingriff recht gut erklärt:

Eine recht ausführliche und ziemlich wissenschaftlich formulierte Studie:

Hier ein Infoblatt mit kurzer Übersicht zur Endometriumablation:


Alles Liebe!

Sonntag, 3. Januar 2016

Sichtbarkeit von Trans* in der Stadt/ der Gesellschaft

Hallo ihr Lieben <3

Heute beantworte ich zwei Fragen zur Sichtbarkeit von Trans* in der Stadt und generell in der Gesellschaft:


1) Wie schätzt du die Sichtbarkeit von Trans*-Menschen und ihrer Belange in der Stadt/den Städten, in denen du aktiv bist, ein? (In „queeren“ Szenen, im Alltag, in Medien und überhaupt)
Wie auch in den Medien (nett dazu ist auch: https://www.youtube.com/watch?v=Y37ZtwO3zBc&nohtml5=False) ist die Repräsentation von Trans*personen und ihren Belangen in Städten gering. Die allgemein praktizierte und normierte Zweigeschlechtlichkeit hält viele Trans*personen zu Hause, da ein Austreten aus dem Safespace „Wohnung“ alltägliche Diskriminierung bedeutet. Anstarren, unangenehme Fragen von Unbekannten gestellt bekommen, körperliche Gewalt erfahren, Benachteiligung bei der Jobsuche, rechtliche Benachteiligung und Diskriminierung sind nur einige der Dinge, welche die alltägliche Lebenssituation von Trans*personen ausmachen. Es ist egal in welcher Stadt sich eine Trans*person bewegt, überall dort wo Menschen in einer Gesellschaft zusammenkommen, in der zweigeschlechtliche Normen manifestiert sind, werden Trans*personen diskriminiert und/oder ausgestoßen. Natürlich gibt es liberalere Städte, in denen weniger rechtspopulistische Gruppierungen bestehen, ob eine Trans*person mehr oder weniger diskriminiert wird hängt aber von mehr Faktoren ab, wie z. B. auch der allgemeinen öffentlichen Präsenz „queerer“ Vereine, Gruppen usw., der kommunalen politischen Situation, der Wohnsituation, dem sozialen Status, von rassistischen Faktoren und vielem mehr.
Auf Grund dieser Situation bleiben Trans*personen aber nicht nur unsichtbar im Alltag, sondern ihre Belange werden auch rechtlich und politisch selten wahrgenommen. Der anstrengende Alltag macht politische Partizipation verständlicherweise schwer, denn diese bedeutet so gut wie immer „sich zeigen“, „sich unangenehmen Fragen zum Trans*-Sein aussetzen“ usw. Der Kampf für Sichtbarkeit wird jedoch nicht nur durch die gesellschaftliche Situation außerhalb queerer Kreise erschwert, sondern findet zu einem großen Teil auch darin statt.
Zu oft ist die „queere Szene“ in Deutschland (also auch in deutschen Städten), besonders was die von ihr ausgehenden Politiken angeht, stark geprägt von weißen, ablebodied, schwulen cismännlichkeiten. In vielen Gremien und vermeidlich „queeren“ Vereinen (Vereine bilden die am häufigsten vorkommende Struktur der Interessenvertretung „queerer“ Politiken) sind sie in der Mehrheit, werden Frauen* und Inter*- und Trans*personen teilweise oder gänzlich ausgeschlossen, ihre Belange heruntergespielt oder ohne jede Kompetenz und ohne jedes Recht darauf vermeidlich vertreten. Der Begriff „queere Szene“ als solches muss deshalb hinterfragt werden, beschreibt das Wort „Szene“ doch eher eine Gemeinschaft. Für Trans*personen bedeutet die „queere Szene“ aber nur zu oft erneuten Ausschluss. Denn die Lebenswelten und Diskriminierungen die Trans*personen ausgesetzt sind basieren zunächst nicht auf sexueller Orientierung (es sei denn die sexuelle Orientierung der Trans*person entspricht nicht der konstruierten Heteronorm, dann liegen ineinander verwobene Diskriminierungsformen vor), sondern auf dem binären Geschlechterkonstrukt, auf dem unsere Gesellschaft fataler Weise fußt. Gerade deshalb können (weiße, ablebodied…) schwule Männer am wenigsten Interessenvertreter für Trans* sein, denn auf Grund ihres Geschlechts sind sie in der Gesellschaft privilegiert, anstatt dass sie deswegen diskriminiert werden. Es nutzt auch nichts die, wegen der exklusiven Organisationsstruktur von vielen „queeren“ Gruppen, Vereinen usw.  gerne eingesetzte, sogenannte „QuotenTrans*person“ als Entscheidungslegitimation! Niemals kann eine Person für eine Masse an Menschen sprechen, niemals darf Trans* als Kollektivsubjekt verwendet werden. Die Identitätenfrage (Was für eine Identität hat eine (Trans*)Person?) kann immer nur im Einzelnen und von der Person selbst erschöpfend beantwortet werden.

2) Falls du etwas dazu sagen kannst/magst: Erkennst du Unterschiede in der Sichtbarkeit von Belangen von Non-Binarys zu anderen nicht-Cis-Leuten?
Binäre Geschlechternormen (vor allem im Rechtssystem und im Alltag) bringen Trans*personen in die Lage, sich einem Geschlecht eindeutig zuordnen zu müssen. Nicht-binäre Trans*personen sind also weder im Rechtssystem (Es gibt keinen 3. Personenstand, nur eine Leerstelle für Inter*personen unmittelbar nach der Geburt, worüber wiederum der_die Ärzt_in die fremdbestimmende Macht hat), noch in den Köpfen der meisten Menschen überhaupt existent. Wenn etwas nicht „gedacht“ werden kann, weil die Vorstellung daran nicht den gängigen Normen folgt und keine Informationen dazu verbreitet werden, dann wird auch nicht (politisch, sozial usw.) „daran gedacht“. So werden nicht_binäre Trans*personen, nutrois, a-gender, zu oft auch Inter*personen und viele mehr, weder in die Stadtplanung noch in politische, Freizeit-, soziale- und kulturelle Aktivitäten mit einbezogen.
Nicht nur werden diese Identitäten nicht mit-bedacht, sie werden so auch mundtot gemacht, sodass sich ihre Situation noch langsamer als die von sich binär identifizierenden Trans*personen, wenn überhaupt zum Besseren verändert. Dies soll keine Kluft zwischen den beiden hier für die Verständlichkeit geschaffenen Kategorien aufreißen, soll im Gegenteil damit gezeigt werden, dass die Zweigeschlechtlichkeit der Feind beider Gruppen ist. Zwingt sie (die Zweigeschlechtlichkeit) die eine Gruppe (nicht-binäre und weitere Identitäten), Rollen anzunehmen, die mit der Identität unvereinbar sind, schafft sie für die andere Gruppe oft Ideale, die Zwänge und weitere Diskriminierung bedeuten (z. B. Alltagstest, Passingdruck usw.). Dass die Besserung der Situation für alle Trans*personen nur stockend voranschreitet zeigen nicht nur Fakten auf Bundesebene, wie, dass im TSG erst seit 2011 geschlechtsangleichende Operationen nicht mehr Voraussetzung für die Namens- und Personenstandsänderung sind. Auch geschlechtergetrennte öffentliche Toiletten, die selbst sich binär identifizierenden Trans*personen ohne oder vor dem Passing Probleme bereiten, ungeschulte Mitarbeitende von Ämtern und anderen städtischen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten usw., die Nennung und Meinung von Frauen ohne Sternchen (*) z. B. bei Frauenzentren, Frauenberatung usw., die Nicht-Nennung von Personen, die ebenfalls fähig sind Kinder zu gebären, ohne Mütter zu sein, bei z. B. Mutter-Kind-Einrichtungen, erschwerte Namensänderungen an Hochschulen, die Nicht-Nennung in Bildungseinrichtungen (im Unterricht, in Seminaren) und und und zeigen die Masse an Diskriminierung, die einzelnen Trans*personen täglich entgegenschlägt.
  • 45% der Trans*personen begehen deswegen Selbstmord
  • Die Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein, je nachdem von wie vielen verschiedenen Diskriminierungsformen Trans*personen betroffen sind.
  • Keine cisperson kann verstehen wie es ist, dies täglich zu erleben und hätte deswegen einen Vertretungsanspruch!
  • Trans*personen müssen und können sich (wegen der Erfahrung) oft nur selbst helfen, deswegen ist es so wichtig Peer*Support auszubauen und lokale Trans*Peerberatung zu stärken, sich gegenseitig zu unterstützen und keine Hierarchisierung innerhalb „queerer“ Spaces, aber auch keine innerhalb von „Trans*spaces“ (als leider verallgemeinende Bezeichnung) zu schaffen.
„This world was not set up for queer people, so we have to make everything that we want to see in the world and everything that we need for ourselves […] queer and trans*-identified people are really just artists and inventors and scientists, poets [...] just by nature we create things, because we are trying to create spaces […] in our life[s]. (Jacques LeFemme)”

("Diese Welt ist nicht für queere Menschen gemacht worden, deshalb müssen wir alles, was wir in der Welt sehen wollen und was wir brauchen selbst erschaffen. Sich queer und Trans* identifizierende Personen sind wirklich Künstler*innen und Erfinder*innen und Wissenschaftler*innen, Dichter*innen [...], so als wäre es für uns die natürlichste Sache, kreieren wir Dinge, weil wir versuchen Räume für uns zu schaffen [...] in unseren Leben")

Alles Liebe

Sexpositive Queer-feministische Pornos – Ein Einblick in ein emanzipatorisches Filmgenre

Hallo ihr Lieben,

in diesem Eintrag geht es um queer-feministische Pornografie und wie diese die Pornoindustrie und überhaupt den Blickwinkel auf Sex revolutioniert.
Die meisten Pornofilme sind für Cis-Männer gemacht, das merkt mensch sehr schnell. Sie sind oft aggressiv und Männer dominieren darin Frauen. Bei vielen Frauen werden darin besonders ihre Brüste oder allgemein ihr Körper objektiviert, schon alleine weil eine Pornodarstellerin einen bestimmten Körperbau haben muss um überhaupt an einem Film teilnehmen zu können. Wenn eine Person diesem Körperbau nicht entspricht, aber trotzdem in einem Porno mit spielt, dann meistens weil der Porno auf einen bestimmten Fetisch ausgelegt ist, was „nicht-idealähnliche“ Körper zu etwas macht, auf das mesch erst einmal „stehen müsse“. Dadurch wird natürlich Sexismus und Lookismus, aber sehr oft auch Rassismus, Ableismus und und und reproduziert. Die Bilder schreiben damit aber auch in den Köpfen der Menschen die Pornos schauen (und das sind ziemlich viele) eine bestimmte Auffassung davon fest, wie Sex ablaufe, wie er sich anfühle müsse und mit wem mensch ihn habensolle bzw. mit wem nicht. Das ist sehr diskriminierend, vor allem, weil so gut wie niemensch einen Körperbau wie Pornodarsteler_innen hat oder irgendwie eine solche Szene "nachspielen" könnte, die in stundenlanger Arbeit und mit vielen Outtakes und Schnitten produziert wird und deshalb nie ein realistisches Bild zeichnen kann. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass Pornodarsteller*innen zu kritisieren seien, denn das kann durchaus ein Beruf sein, der Spaß macht. Ich möchte lieber kritisieren, wie solche Filme aufgebaut sind, welche Bilder darin reproduziert werden. Dabei  ist der dünnste Faden auf dem mensch sich bewegen kann, auf dem allerdings queere Pornos hervorragend zu tanzen gelernt haben, die Linie Zwischen dem fetisch an sich und der Nicht-Reproduktion diskriminierender Bilder.
Queere Pornos versuchen, die Darsteller*innen nicht zu objektivieren. In queeren Pornos sollen alle Menschen Platz haben, die Lust darauf haben, eine Performance als Pornodarsteller*innen hinzulegen um sexpositive Vibes mit ihrem Körper nach außen zu tragen. Das bedeutet, dass viele queere Performer*innen in solchen Filmen auch Aktivist*innen sein können, die in sexpositiver Mission unterwegs sind. Deshalb spielt Feminismus oft eine große Rolle bei der Produktion solcher Filme. Nur selten treten Cis-Männer in queer-feministischen Pornos auf, wahrscheinlich weil sich Cis-Männer selten als queer identifizieren. Auch gibt es deshalb selten Klischee-heterosexuelle Szenen zwischen einer Cis-Frau und einem Cis-Mann. Eine besondere Neuerung, die queere bzw. queer-feministische Pornos mit sich bringen ist, dass oft Trans*personen darin performen. Dabei unterscheidet sich diese Art des Performens ziemlich von der wie Trans*personen in den Mainstream-Pornos dargestellt werden. Für viele queere Pornodarsteller*innen scheint dieses Berufsfeld auch ein Weg zur Emanzipation des eigenen Körpers von Körpernormen zu sein und ein empowerndes Erlebnis. Dabei ist es wichtig zu schauen, dass sich in der Situation, also beim Dreh, alle Personen so wohl wie möglich fühlen und ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen können, damit eine konsensuale Atmosphäre erzeugt wird. Oft machen queere Pornodarsteller*innen im Porno auch das worauf sie ust haben und nicht das, was ihnen ein Drehbuch vorgibt. Unten habe ich einige Links zu Interviews mit Performer*innen queerer Pornografie aufgeführt, die sich zu schauen lohnen.

Ich schließe diesen Beitrag mit einem Zitat von Jaques Le Femme (queer-porn-performende Person): “I truly believe that gender is a concept and I present myself however I want and have sex with whomever I want.” [„Ich glaube daran, dass Geschlecht ein Konzept ist und ich gebe mich nach außen so wie ich will und habe Sex mit wem ich will.“]


Interviews mit Performer_innen (leider alle auf Englisch):

Alles Liebe

Wie funktioniert Packen?

Hallo ihr Lieben,

es ist ziemlich lange her seit ich einen Eintrag verfasst habe, sorry dafür.
Heute schreibe ich über Packer und STPs. Ein Packer verhilft zu einer Beule in der Hose ;). Mit einem STP ist es sogar möglich (nach etwas Übung) im Stehen zu pinkeln. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr es ausprobieren wollt einen Packer zu tragen, oder ihr euch nicht sicher seit ob ihr das möchtet, versucht es einfach erst einmal in einem geschützten Raum und seht dann weiter. Ein geschützter Raum kann z. B. in eurer Wohnung (bzw. eurem Zimmer), bei Freunden oder sonst wo sein, wo ihr euch wohl fühlt und die Menschen um euch herum für eure Identität sensibel sind. Ein Packer kann, ähnlich wie ein Binder ein Gefühl geben, dass kaum gut beschreibbar ist. Dabei geht es vielleicht auch garnicht darum, sich unbedingt besonders männlich zu fühlen oder fühlen zu wollen, auch wenn das bei Vielen so ist und ich niemals dieses Ziel angreifen möchte! Es geht vor allem darum, sich wohler zu fühlen mit einem Packer, vielleicht das Gefühl zu haben sicherer zu sein und offener mit dem eigenen Körper. Für mich persönlich bedeutet der Packer nicht, dass ich männlicher sein möchte.
Im Folgenden werden Packer, STPs und der Umgang damit vorgestellt. Dabei ist es mir aber wichtig zu betonen, dass jede Person am besten selber überlegen und ausprobieren soll, was sie möchte.

Packer
Es gibt die verschiedensten Packer. Welche mit oder ohne Vorhaut, die mehr oder weniger beweglich sind. Meistens sind sie aus Silikon angefertigt.

Einen Packer selber basteln:
Da die meisten Packer doch sehr teuer sind könnt ihr euch auch einen Packer selber basteln. Entweder verwendet ihr Socken oder ein Kondom, dass vorher mit etwas Watte ausgestopft wurde.

STPs (mit STPs habe ich keine Erfahrung, weswegen ich ein paar Videos dazu angehängt habe, auf Youtube gibt es aber noch mehr, leider meist auf Englisch):

Shops
Transtoy:
Transtoy ist ein Teil des Shops „Sexclusivitäten“ und befindet sich in Berlin. Meiner persönlichen Erfahrung und der einiger Freund_innen nach ist der Shop prima. Da er schon seit 20 Jahren besteht haben die Personen dort viel Erfahrung und können euch super beraten. Wenn ihr die Möglichkeit habt persönlich vorbei zu schauen rate ich das allen (immer Freitags von 12-20 Uhr/ Fürbringerstr. 2 Berlin Kreuzberg). Auch wenn ihr anruft werdet ihr gut beraten. Es ist aber auch möglich etwas über den Onlineshop zu bestellen.

Einen Packer tragen



1)      Ein Packer kann auf verschiedenste Weisen getragen werden. Einerseits kann er mit verschiedensten Gurten getragen werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Einige davon sind beispielsweise bei Transtoy erhältlich (http://www.transtoy.de/index.php?cat=c1_gurte.html).
2)      Eine andere Methode sind eingenähte Taschen in Unterwäsche. Diese kann entweder selbst eingenäht werden oder es wird schon Unterwäsche gekauft, in der eine Tasche eingenäht ist. Solche Unterwäsche gibt es beispielsweise auch bei Transtoys. Andrew Christian Show-It Briefs sind dafür meiner Meinung nach besonders geeignet. Hier ein Bilderbeispiel für diese Art einen Packer zu tragen. Dafür wurde der Packer „Mr. Right Junior“ (http://www.transtoy.de/product_info.php?info=p25_Mr--Right-Junior.html) in Kombi mit den Andrew Christian Show-It Briefs verwendet.

                            Andrew Christian Show-It Briefs und Mr. Right Junior-Packer



             Briefs mit Packer






Briefs ohne Packer                                                 
(die eingenähte Tasche ist gut zu erkennen)


                                                                 
                                                                  Briefs ohne Packer


 









  Briefs   mit Packer   
                                                                                                            







3)      Weniger praktisch ist es den Packer direkt in die Hose zu stecken, ohne jegliche Halterung, denn dann kann es ganz schnell mal passieren, dass er durch das Hosenbein runterrutscht…ups ;).

Einen Packer reinigen
Je nach Packer kann die Reinigung unterschiedlich sein, weil die Materialien verschieden sein könnenoder die Packer unterschiedlich belastbar sind. Manche Packer können abgekocht, andere besser mit antibakterieller Seife gewaschen werden. Informiert euch vorher darüber, wie euer spezieller Packer gereinigt werden kann.
Bestegt der Packer aus Silikon, wird er nach der Reinigung in Maisstärke oder Babypuder gewendet, damit er nicht klebt.

Packer und Sex
Auf einer anderen Ebene können Packer, wenn sie ein gutes Gefühl vermitteln helfen, sich der eigenen Sexualität besser nähern zu können. Manche Packer können auch als sogenannte "Fucker" verwendet oder dazu umfunktioniert werden und es ist möglich Sex damit zu haben. Dafür sind auch oben beschriebene Gurte genutzt werden. Ein solcher Gurt kann aber auch selbst gebastelt werden, das ist preiswert und schnell gemacht:
http://www.ohjoysextoy.com/diystrapon/
 Sexualität und Trans*Sein, diese beiden Begriffe werden allerdings sehr oft entweder nicht behandelt oder es entsteht in den Köpfen der Menschen ein negativ fetischisiertes Bild von Trans*personen. Das muss sich ändern! Deshalb werde ich in einigen meiner nächsten Blogeinträgen über Trans* und Sex schreiben.

Hier noch ein kleiner Comic:
http://www.ohjoysextoy.com/pierre-packer/



Bei Ergänzungen und weiteren guten Ideen hierzu schreibt mich einfach an.


Alles Liebe

Mittwoch, 9. September 2015

Der neue Stonewallfilm: Ein Witz!

Der neue Stonewallfilm ist ein Witz!

Wie wohl schon breit rezipiert wurde spielt hier ein weißer Cis-Mann die Hauptwolle in einem Film über historische Ereignisse, die so nicht stattgefunden haben. Als Historiker_*in und Trans*person bestürzt mich der Film doppelt, da er nicht nur von und für weiße(n) Cis-Personen gemacht ist, sondern auch noch die Historie schamlos und mit schlecht eingebauten/ recherchierten oder ganz ausgelassenen Quellen verdreht. Es beschäftigen sich leider schon so wenige Menschen mit der Historie allgemein, geschweige denn mit kritischer Hinterfragung von Quellen, und noch weniger Menschen beschäftigen sich mit der Geschichte von Trans*personen, sodass Einige diesen Film wohlmöglich noch für bare Münze nehmen.

Wir haben deshalb einen Flyer entworfen, der versucht die historischen Ereignisse fundierter zu beschreiben. Er kann auf eigene Verantwortung hier heruntergeladen und verwendet werden:

http://politik.asta-eh-darmstadt.de/stonewall-was-a-riot/

Bei Korrekturideen oder Übersetzungsmöglichkeiten in noch andere Sprachen, bitte kontaktieren!


Dienstag, 8. September 2015

Namensänderung für Enbys

Hallo ihr Lieben <3,

dieser Artikel wurde seit seiner Erstfassung mehrmals überarbeitet, vor allem, weil sich die Gesetzeslage seit dem verändert hat. Außerdem verändert sich auch momentan noch vieles, deswegen kann es sein, dass der Artikel, wenn du ihn ließt, schon wieder veraltet ist. Wenn du wirklich up to Date sein möchtest wende dich an deine lokale Transberatungsstelle (oder auch an triq e. V., dgti e. V. oder die Dritte Option) Ich möchte hier auch einige Informationen über meinen persönlichen Weg mit euch teilen, der wahrscheinlich ziemlich ungewöhnlich ist, aber nun ja, ich lege mal los:

Was ist der Personenstand?

Das ist der Geschlechtseintrag, der z. B. auf deinem Reisepass oder in deiner Geburtsurkunde steht. Der Personenstand steht nicht auf dem Personalausweis. Je nachdem welches Geschlecht du bei der Geburt zugeschrieben bekommen hast kann dort Verschiedenes stehen. Wenn da kein Personenstand oder divers steht, ohne, dass du es selbst geändert hast, dann kann es sein, dass du bei der Geburt weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurdest, dazu aber hier mehr:
https://oiigermany.org/thema/materialien/
http://www.im-ev.de/

In diesem Eintrag geht es hauptsächlich darum, wie Menschen, die ihren Personenstand ändern wollen, dies bewerkstelligen können. Im Grunde genommen gibt es in Deutschland momentan 2 Möglichkeiten, die unterschiedliche Ergebnisse erziehlen können und, die auch inklusive einer Namensänderung möglich sind:

1) Namens- und Personenstandsänderung nach TSG (Transsexuellengesetz)

Eine Namensänderung durch das TSG (Transsexuellengesetz) ist im Grunde genommen für sich binär identifizierende transgeschlechtliche Personen gedacht, kann in einigen Fällen aber auch für Enbys möglich sein. Das TSG ist ein Gesetz zur Namens- und Personenstandsänderung von Personen, die sich laut §1 TSG
  • "auf Grund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen Geschlecht, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet"
  • "seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben"
  • "mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass sich ihr Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht nicht mehr ändern wird"
Nun darf eins laut des TSG bis jetzt nur entweder den männlichen oder den weiblichen Personenstand haben. Bis 2011 war eine Operation Voraussetzung für die Änderung des Geschlechtseintargs, das ist jetzt nicht mehr so! Bis 2011 gab es deshalb
  1. eine sogenannte "kleine Lösung", bei der eine Person die OP nicht brauchte aber trotzdem den Namen ändern konnte, ohne den Personenstand ändern zu können und
  2.  eine sogenannte "große Lösung", bei der eine Person den Namen und den Gechlechtseintrag gleich zusammen ändern konnte, wenn sie die OP hatte machen lassen.
Seit 2011 ist die OP wie gesagt nicht mehr Voraussetzung für die Personenstandsänderung, weshalb viele Menschen mittlerweile die "große Lösung" direkt machen, das heißt sie ändern den Namen und den Personenstand direkt zusammen, weil die Voraussetzungen für beides jetzt gleich sind.
Das heißt aber nicht, dass es die "kleine Lösung" nicht mehr gibt. Laut Gesetz ist es trotzdem noch möglich die "kleine Lösung" zu beantragen, also nur den Namen ändern zu lassen (Ich muss es wissen, genau das habe ich nämlich gemacht!).

Wenn ihr euch also dafür entscheiden solltet die "kleine Lösung" zu beantragen, könnt ihr damit euren Namen ändern. Euer Personenstand bleibt allerdings wie vorher, das muss euch dabei klar sein. Es kann trotzdem eine Möglichkeit sein nur den Namen zu ändern, denn das kann schon Mal Einiges leichter machen.

Wichtig!!!

Was ist wichtig, wenn ihr nur euren Namen mit dem TSG ändern wollt? Wie ihr vielleicht wisst müssen Menschen, die einen Antrag nach dem TSG stellen 2 psychiatrische Gutachten über sich erstellen lassen. Auch ist das TSG-Verfahren, ganz egal ob große oder kleine Lösung, ein Gerichtsverfahren, das auch viel kosten kann, zumindest, wenn ihr keine Prozesskostenhilfe erhaltet (Wenn ihr kein Geld habt um das Verfahren zu bezahlen muss euch Prozesskostenhilfe gewährt werden). So etwas kann sehr kräftezehrend sein und bleibt auch bei der "kleinen Lösung" nicht aus. Wichtig dabei ist aber vor allem, dass ihr Gutachter bekommt, die mit Nichtbinarität kein Problem haben, zumidest soweit ihr euch nicht als binäre Prson "ausgeben" wollt. In eurem formlosen Antrag auf Namensänderung nach dem TSG könnt ihr Gutachter empfehlen und das Gericht kann diese empfohlenen Gutachter auch beauftragen, muss es aber nicht. Es kann auch andere Gutachter nehmen.
Es ist also ratsam, bevor ihr einen Antrag stellt, Transberatungsstellen in eurer Region zu kontaktieren. Diese wissen meist am besten, welche Gutachter in deiner Region nett zu Enbys sind und zu welchen ihr lieber nicht gehen solltet, weil sie sehr binär und altmodisch denken. Ich muss sagen, dass ich Glück hatte mit meinen Gutachtern, das muss aber nicht bei allen so klappen. Die Transberatungsstelle kann euch auch weiteren Fragen zum TSG beantworten und euch bei eurem Antrag unterstützen. Ihr solltet dann die beiden Gutachter kontaktieren, die ihr ausgesucht habt und fragen, ob sie ein nicht-binäres Gutachten schreiben würden. Das am besten auch per Mail, damit ihr später nochmal darauf zurückkommen könnt wenn es so weit ist. Meine beiden Gutachter waren glücklicherweise bereit dazu nicht-binäre Gutachten zu verfassen. Damit sich eure Gutachter informieren können, sollten sie bei dem Thema unsicher sein, könnt ihr ihnen auch sagen, dass die neuen S3-Leitlinien zur Diagnostik, Beratung und Behandlung von Transpersonen besagen, dass ca. 1/3 aller transgeschlechtlichen Personen sich weder männlich noch weiblich identifizieren.

Klar ist es durch diese Methode bis jetzt nicht möglich, den Personenstand zu ändern, aber zumindest den Namen und das kann auch schonmal was bringen.

2) Namens- und Personenstandsänderung nach §45b des Personenstandsgesetzes (PStG)

Eine Namens- und Personenstandsänderung nach § 45b PStG ist seit Januar 2019 möglich. Hiernach können Menschen mit der Diagnose "Variante der Geschlechtsentwicklung" ihren Personenstand in "divers" oder männlich oder weiblich ändern oder streichen lassen.Gleichzeitig lässt sich damit auch der Namen ändern. Nach der Aktion Standesamt 2018 sollte dies auch für nicht-binäre Menschen möglich sein. Auch der Beschluss des Bundesverfassungsgericht (1 BvR 2019/16) vom 10. Oktober 2017 lässt diese Option, vor allem in Randnummer 59, zu. Was die Standesämter daraus machen wird sich in Zukunft zeigen.
Die Kritik der Aktion Standesamt 2018 zielt auch darauf, dass der Geschlechtseintrag "divers" nicht für alle Menschen passend ist, die sich weder männlich noch weiblich identifizieren und, dass eine Attestpflicht überhaupt nicht geht, weil so eine Pathologisierung total fremdbestimmend ist.

Wie funktioniert das Ganze aber?

Menschen, welche die Diagnose "Variante der Geschlechtsentwicklung" erhalten haben (z. B. von eine*r Allgemeinmediziner*in/ Hausärzt*in) können damit zum Standesamt gehen, das für den Bezirk zuständig ist, in dem sie gemeldet sind. Außerdem müssen sie die Geburtsurkunde und den Personalausweis mitbringen. Beim Standesamt müssen sie dann meist zur Urkundenstelle, dort wo auch die Geburtsurkunden für Babys ausgestellt werden, aber je nach Standesamt kann das unterschiedlich sein, also besser vorher lokal informieren. Dort müssen die Standesbeamt*innen dann den Personenstand und Namen auf die gewünschte Weise ändern.
Es kann sein, dass sich an einigen Orten Standesämter dagegen streuben dies zu tun. Das dürfen sie aber eigentlich nicht, solange die Diagnose vorliegt. Es gilt außerdem, dass die Standesbeamt*innen nicht berechtigt sind, irgendwelche Angaben über persönliche medizinische Informationen zu erhalten, außer das Attest. Keins muss und sollte also irgendetwas über die persönliche Identität erzählen.
Beim Personenstand stehen dann 4 Optionen zur Auswahl: weiblich, männlich, divers, kein Eintrag (bzw. Personenstandsstreichung).
Bei der Namenswahl sollte darauf geachtet werden, dass die meisten Standesämter vorher prüfen ob es den gewünschten Namen gibt. Das kann bedeuten, dass ihr vorher ein bisschen recherchieren müsst, um zu belegen, dass euer Name schon vorher als Name verwendet wurde. Außerdem kann das im schlimmsten Fall bedeuten, dass das Standesamt euren Namen nicht ändert, wenn es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass euer Name irgendwo schonmal als Name verwendet wurde.

Tipp

Wie bei der Anhörung zum TSG-Verfahren dürft ihr auch beim Standesamt immer eine Person mit in das Büro nehmen. Das kann ganz hilfreich sein, um emotionalen Support zu haben und auch eine*n Zeug*in dafür, falls sich die*der Standesbeamt*in uncool verhällt. Wenn ihr eine Transberatungsstelle in der Nähe habt kann euch vielleicht auch von dort eine Person mit Ahnung zum Thema begleiten. Das kann sehr hilfreich sein, vor allem, wenn es um die Durchsetzung des gewünschten Namens geht. Informiert euch auch vorher, gerade bei Namen von denen ihr euch nicht sicher seid, ob das Standesamt sie zulassen wird darüber, wo diese Namen ansonsten stehen könnten (z. B. Babynamen-Datenbanken usw.).

Falls es noch Ergänzungen/ Kritik/ Änderungswünsche hierzu gibt: nur her damit, ich weiß auch nicht alles und die Angaben sind auch ohen Gewehr und sollten auf jeden Fall nochmal selbst von euch nachgeprüft werden, auch weil ich nicht immer die Zeit habe das Ganze zu aktualisieren ;)!


Ich wünsche allen die es versuchen wollen ganz viel Glück dabei!


Alles Liebe